Feriendorf „Die Insel“

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Ferienlager, Veranstaltungsort und Café

1963 suchte und fand der VEB BBG (Bodenbearbeitungsgeräte) Leipzig, ein Betrieb der vor allem Pflüge herstellte und herstellt, in Schlowe ein geeignetes Gelände für sein Betriebsferienheim. Zu dieser Zeit standen hier nur ein Wohnhaus mit Walmdach und eine Scheune, die der örtlichen landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft gehörten. Dem Bewohner, einem Brigadier der LPG, wurde eine Anstellung bei der BBG und ein Haus in Sachsen in Aussicht gestellt. Ein Angebot, dass er offenbar nicht ausschlagen konnte oder wollte.

In den ersten Jahren gab es für die betriebsangehörigen Gäste nur Zelte. Lediglich schwangere Frauen und Eltern mit Säuglingen konnten in einigen Zimmern im zukünftigen Kulturhaus etwas komfortabler einquartiert werden. Trotz der Unterbringung in Zelten, waren Ferienplätze auch hier Mangelware: Nur Familien mit mindestens zwei Kindern hatten Anspruch auf einen Ferienplatz. Die Kapazitäten waren auch deshalb begrenzt, weil parallel zum Familienferienbetrieb jährlich zwei zweiwöchige Kinderfreizeiten stattfanden, die von Betriebsangehörigen der BBG organisiert und geleitet wurden.

Erst in den 70er Jahren wurden 34, bis heute stehende Bungalows errichtet und noch später, in den früher 80er Jahren entstand das Finnhaus mit der Großküche, dem Speisesaal und den Freizeiträumen im oberen Stockwerk. Allein drei Küchenfrauen und viele weitere Mitarbeiter*innen pflegten die Anlage, reparierten, gossen die Blumen und machten im Herbst die Anlage winterfest. Das Ferienheim Hans Franke besaß zu seinen Hochzeiten mehr als 10 Ruderboote, zahlreiche Tretboote, einen eigenen Strand mit Badeaufsicht. Zu jedem Bungalow gehörten eine Sitzgruppe, eine Blumenhecke und ein Strandkorb. Hunderte von Gästen aus Sachsen belebten jeden Sommer die mecklenburgische Provinz und stellten auch für die örtliche Bevölkerung alljährlich eine Attraktion dar. Nachmittags ein Eis kaufen, abends ein Bier trinken, Tischtennisspielen, nette und hübsche Sachsen und Sächsinnen kennenlernen: Die BBG Leipzig belebte Schlowe in den Sommermonaten immens und war auch eine saisonale Arbeitsstelle. Als im Herbst 1989 das Ende der DDR begann, waren längst nicht alle Erweiterungsvorhaben für die Anlage umgesetzt. Nicht gebaut wurde beispielsweise ein neues Bettenhaus vor allem für die Kinder- und Jugendgruppen, mit der offenbar vor allem die Kapazitäten für Familienferien weiter aufgestockt werden sollten.

und noch später, in den früher 80er Jahren entstand das Finnhaus mit der Großküche, dem Speisesaal und den Freizeiträumen im oberen Stockwerk. Allein drei Küchenfrauen und viele weitere Mitarbeiter*innen pflegten die Anlage, reparierten, gossen die Blumen und machten im Herbst die Anlage winterfest. Das Ferienheim Hans Franke besaß zu seinen Hochzeiten mehr als 10 Ruderboote, zahlreiche Tretboote, einen eigenen Strand mit Badeaufsicht. Zu jedem Bungalow gehörten eine Sitzgruppe, eine Blumenhecke und ein Strandkorb. Hunderte von Gästen aus Sachsen belebten jeden Sommer die mecklenburgische Provinz und stellten auch für die örtliche Bevölkerung alljährlich eine Attraktion dar. Nachmittags ein Eis kaufen, abends ein Bier trinken, Tischtennisspielen, nette und hübsche Sachsen und Sächsinnen kennenlernen: Die BBG Leipzig belebte Schlowe in den Sommermonaten immens und war auch eine saisonale Arbeitsstelle. Als im Herbst 1989 das Ende der DDR begann, waren längst nicht alle Erweiterungsvorhaben für die Anlage umgesetzt. Nicht gebaut wurde beispielsweise ein neues Bettenhaus vor allem für die Kinder- und Jugendgruppen, mit der offenbar vor allem die Kapazitäten für Familienferien weiter aufgestockt werden sollten.

Ab 1990 wurden diese Kapazitäten allerdings auch schlagartig kaum noch nachgefragt. Die neuerdings offenen Grenzen veränderten das Reiseverhalten auch der Betriebsangehörigen der BBG Leipzig schlagartig und die hereinbrechende kapitalistische Ökonomie machten Betriebsferienheime, vorher ein Muss in der sozialistischen Arbeitswelt, zu einem nicht finanzierbaren Luxus. Zudem wurde der VEB BBG Leipzig zügig privatisiert und die Beschäftigtenzahlen von über 3.000 auf heute ca. 500 Beschäftigte.

Aus der Anlage wurde daher 1993 die »Insel der Kormorane« und der neue Betreiber und Besitzer der selbst noch junge Kinderring Berlin e.V. Zunächst mit dem seit 1963 als Leiter beschäftigten Siegmar Kühn, einige Jahre später seit 2005 unter der Leitung von Uwe und Angelika Dorn wurde der Betrieb fortgesetzt. Allerdings erwies es für einen Berliner Jugendverband sehr schwierig, einen Platz in Mecklenburg zu entwickeln. In den letzten Jahren fehlte das nötige Geld und die entsprechend motivierten und gut vernetzten Akteure vor Ort, um den Sanierungsstau aufzulösen.

Nicht ohne Trennungsschmerz aber auch mit der Hoffnung auf einen Neustart entschied sich daher der Kinderring im Herbst 2018 dazu, einem Kaufangebot von Sabine Reichhelm und Jens Mühe zuzustimmen und die Trägerschaft ab 1. April 2019 in die Hände des Vereins »Jugend-, Kultur- und Bildungsarbeit in Berlin und Schlowe (JKBB e.V.)« zu legen, der seinerseits als Verein und mit mehreren Menschen Mitglied im Kinderring ist. Seitdem heißt das Projekt schlicht die »Insel«, ist weiterhin Ferienlager, wird aber auch Veranstaltungsort und Café. Sabine Reichhelm und Jens wohnen dort und kümmern sich um Platz und Gäste. Die Pläne sowie den Baufortschritt könnt ihr auf der Website der »Insel« selbst betrachten und ihr könnt dort auch Buchungsanfragen stellen.

Kontakt

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Anschrift:Uhlenhorst 13
19406 Borkow-Schlowe
Telefon: +49 (038485)  5 01 46
Fax:+49 (038485)  5 01 46
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